dreieinhalb antworten.
kurzinterview in der zeit.

10 Okt





Jede Woche stellt die ZEIT einer Person aus der Scientific Community 3 1/2 Fragen und dieses Mal war ich an der Reihe. Eine gekürzte Version meiner Antworten wurde sowohl im WISSEN-Teil der heutigen Print-Ausgabe als auch im heutigen WISSEN3-Newsletter veröffentlicht.

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Was brauchen Sie heute im Beruf, was Sie im Studium nicht gelernt haben?
Als Wissenschaftlerin arbeite ich in einem Beruf, in dem die Inhalte eng mit dem Studium verknüpft sind und sich gleichzeitig immer weiterentwickeln. Gerade lese ich viel zu politischer Psychologie, das kam im Studium damals nicht dran, ist aber hochinteressant.
Im Beruf braucht man aber natürlich mehr als das, bspw. auch Neugier, Begeisterungsfähigkeit und Durchhaltevermögen. Das lernt man eher im Leben als in der Lehrveranstaltung, z.B. indem man sich in vielfältigen Bereichen neben Studium (und Beruf) engagiert und so oft wie möglich über den Tellerrand schaut.

Welches wissenschaftspolitische Problem lässt sich ohne Geld lösen?
Wissenschaftliche Karrieren könnte man kostenneutral attraktiver gestalten, z.B. mit der Einführung von Departmentstrukturen. An der HUB diskutieren wir gerade an mehreren Instituten, wie das konkret aussehen könnte. Das Ziel: Eine nachhaltige Personalstruktur, in der Grundmittel in unbefristete Stellen investiert werden und befristete Postdoc-Stellen in Tenure-Track-Professuren aufgewertet werden. Dadurch sollen Hierarchien abgebaut und auch das Wissenschaftsmanagement professionalisiert werden, um (unter anderem) international anschlussfähig zu werden.

Lektüre muss sein. Welche?
Wer wir sind: Die Erfahrung, ostdeutsch zu sein von Jana Hensel und Wolfgang Engler und Lütten Klein: Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft von meinem Kollegen Steffen Mau werde ich als nächstes lesen und freue mich schon darauf. Wie meine eigene ostdeutsche Herkunft mich und mein Leben prägt, habe ich lange Zeit übersehen und freue mich, dass ostdeutsche Perspektiven auch im öffentlichen Diskurs endlich an Bedeutung gewinnen.

Und sonst so?
Über Studium und Lehre, gute Beschäftigungsbedingungen in der Wissenschaft und Departmentstrukturen, Forschungsförderung in Ostdeutschland und vieles mehr wird auch bei SPDWisspol diskutiert, einem wissenschaftspolitischen Netzwerk von Menschen mit sozialdemokratischer Haltung. Wer Lust hat, kann mitdiskutieren: http://spdwisspol.de

departmentstruktur.
vorschläge für eine weiterentwicklung der personalstruktur.

29 Sep

Die klassische Personalstruktur an deutschen Universitäten ist veraltet. Sie ist geprägt von langen, unsicheren Karrierewegen, ist international nicht anschlussfähig und riskiert, viele hervorragende Wissenschaftler*innen ans Ausland und die Wirtschaft zu verlieren. Grund genug, sich über eine Weiterentwicklung der Personalstruktur Gedanken zu machen. Das haben wir getan und unsere Vorschläge unter dem Titel Departmentstruktur dem Kuratorium der Humboldt-Universität zu Berlin vorgestellt, das darauf mit viel Zuspruch reagiert hat. Gestärkt (und euphorisiert) von diesem Rückhalt gehen wir nun also in die konkrete Ausarbeitung und Umsetzung. Zunächst aber einige Informationen zu unseren Vorschlägen:

Das übergeordnete Ziel der Departmentstruktur ist die Schaffung einer Personalstruktur, die sowohl leistungsfähig als auch sozialgerecht ist. Dazu gehört, dass sie nachhaltig angelegt ist. Denn: In den letzten Jahren und Jahrzehnten ist die Zahl der Wissenschaftler*innen im Mittelbau deutlich angestiegen, während die Zahl der Professuren kaum gestiegen ist. Das wird auch in der dargestellten Abbildung deutlich: In den letzten 20 Jahren stieg der relative Anteil des Mittelbaus deutlich an, während der relative Anteil der Professor*innen sank.

Diese Entwicklung hat vor allem zwei Ursachen: (1) Es gibt immer mehr befristete Projektgelder aus Drittmitteln, über die fast ausschließlich befristetes Personal im Mittelbau finanziert wird. (2) Aber auch aus Grundmitteln der Hochschulen werden immer weniger unbefristete Stellen finanziert.

Das heißt: Es ist zwar immer mehr Geld im Wissenschaftssystem – die Ausgaben der Hochschulen sind seit dem Jahr 2000 um 85 Prozent gestiegen – aber das Geld wird vor allem in befristete, weisungsgebundene Stellen investiert. Wäre in den letzten knapp 20 Jahren die Zahl der Professuren proportional zu den Ausgaben der Hochschulen gestiegen, dann hätten wir heute 23.000 Professuren mehr. Und damit auch deutlich mehr langfristige Beschäftigungsperspektiven für junge Wissenschaftler*innen.

Der nächsten Generation an Wissenschaftler*innen fehlen dadurch langfristige Perspektiven in der Wissenschaft, denn es gibt viel mehr befristete, hochqualifizierte Nachwuchswissenschaftler*innen als Professuren: Über 1.600 neue Habilitierte jährlich, über 1.600 Juniorprofessuren, die bisher nur in einem Bruchteil der Fälle mit einem Tenure Track versehen sind und über 900 Nachwuchsgruppenleitungen (bspw. vom Emmy Noether-Programm oder ERC-Starting-Grants) stehen nur 872 Erstberufungen pro Jahr gegenüber. Wir kommen also auf mehr als 4,7 befristet beschäftigte Wissenschaftler*innen je Professur (der DHV kommt sogar auf 7 zu 1). Das bedeutet: Wissenschaftler*innen, die seit vielen Jahren in der Wissenschaft tätig sind und in Forschung und Lehre hervorragende Leistungen erbracht haben, haben in Deutschland zurzeit keine Chance dauerhaft in der Wissenschaft zu bleiben.

Mit der Einführung einer Departmentstruktur verfolgen wir daher das Ziel, dem jetzigen Trend entgegenzuwirken und eine nachhaltige Personalstruktur zu schaffen. Das kann kostenneutral mit einer langfristig angelegten Personalpolitik gelingen, in der Grundmittel in unbefristet beschäftigte Wissenschaftler*innen investiert werden. Zum Beispiel sollen befristete Stellen nach der Promotion vermieden werden und stattdessen die Zahl der Professuren erhöht werden und die bisher befristeten Postdoc-Stellen in Tenure-Track-Professuren aufgewertet werden. So könnten die besten Wissenschaftler*innen schon kurz nach der Promotion auf Professuren mit Entfristungsoption unabhängig forschen und lehren.

Darüber hinaus mag es Aufgaben an Instituten geben, die nicht von Professuren übernommen werden können oder sollen. Hierfür braucht es Stellen im Mittelbau. Da aber Forschung und Lehre im Allgemeinen Daueraufgaben sind, sollten diese auch im Mittelbau auf Dauerstellen bearbeitet werden. Die dadurch gewonnene Kontinuität wird auch der Qualität von Forschung und Lehre nützen.

Mit diesen Maßnahmen für fairere Beschäftigungsbedingungen wäre gute Arbeit in der Wissenschaft möglich: In einer Departmentstruktur gibt es eine frühere Entscheidung über den Verbleib in der Wissenschaft, verlässliche Perspektiven und damit einhergehend bessere Planbarkeit einer wissenschaftlichen Karriere. Mit einer Departmentstruktur sollen auch Hierarchien in der Wissenschaft abgebaut werden und Kooperationen auf Augenhöhe gefördert werden. Ressourcen (beispielsweise Forschungsgeräte und Räume) sollen am Institut flexibel geteilt statt einzelnen Professuren zugeordnet werden. Ebenso sollen Mitarbeiter*innen im Mittelbau, in Technik und Verwaltung nicht mehr einem Lehrstuhl, sondern einem Institut zugeordnet werden.

Berufungsstrategie

Die vorgeschlagene Personalstruktur wirkt sich auch auf die Berufungsstrategie aus. Schon jetzt spielen Tenure-Track-Berufungen an der Humboldt-Universität zu Berlin eine wesentliche Rolle bei der Gewinnung und Entwicklung des professoralen Personals. Bis zum nächsten Jahr sind ca. 30 Prozent der Neuberufungen als Tenure Track geplant. Das bedeutet, dass Wissenschaftler*innen früh gebunden und weiterentwickelt werden anstatt sie 5, 10 oder 15 Jahre später, wenn sie bereits etabliert sind, teuer anzuwerben. Es bedeutet auch, dass der Fokus darauf liegt, Wissenschaftler*innen zu halten anstatt sie ans Ausland oder die Wirtschaft zu verlieren. Und es würden auch bessere Möglichkeiten geschaffen, Kolleg*innen aus dem Ausland anzuziehen. Wichtige Wissenschaftsstandorte – beispielsweise in den USA und Großbritannien – verlieren aufgrund der politischen Umstände zurzeit an Attraktivität, während Berlin das Potenzial hat, seine Attraktivität als Wissenschaftsstandort mit einer modernen Personalstruktur weiter auszubauen.

Professionalisierung des Wissenschaftsmanagements

Die Anforderungen und die Komplexität des Wissenschaftssystems sind gestiegen und dieser Entwicklung muss auch personell Rechnung getragen werden. Sei es als Unterstützung des Institutsdirektoriums, der Koordination von großen Forschungsprojekten, der Antragsbetreuung und -beratung oder der Studiengangskoordination. An einigen Instituten gibt es bereits sehr gute Erfahrungen mit sogenannten Managing Directors, die auch international verbreitet sind. Mit unserem Vorschlag einer Departmentstruktur sollen daher auch Stellen und Karrierewege für wissenschaftsunterstützendes Personal geschaffen werden.

Chancengerechtigkeit

Die derzeitige Personalstruktur bietet vergleichsweise wenig attraktive Perspektiven und selektiert (auch) anhand von Merkmalen, die unabhängig vom wissenschaftlichen Leistungspotenzial sind, wodurch die Leistungsfähigkeit des Wissenschaftssystems sinkt. Zum Beispiel verlieren wir überproportional viele Frauen, die nach der Promotion die Hochschulen verlassen. Dies betrifft auch Personen mit Kindern oder mit Kinderwunsch, da die Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Karriere und Familie durch die unsichere Beschäftigungssituation und häufige Umzüge und Pendelei schwierig ist.

Wir schlagen eine Departmentstruktur vor, die nicht nur mehr Professuren schafft, sondern auch schon früher in der Karriere verlässliche Perspektiven aufzeigt. Damit erhoffen wir uns auch, dass Professuren noch vielfältiger besetzt werden können. Beim Strukturwandel müssen daher auch immer die Möglichkeiten für mehr Chancengerechtigkeit mitgedacht werden. Positive Effekte erhoffen wir uns auch darüber, dass in Berlin bereits etwa die Hälfte der Rufe an Frauen geht. Trotzdem sind wir in der Gesamtprofessorenschaft noch weit von einer paritätischen Besetzung entfernt. Eine deutlich erhöhte Zahl an Professuren, die weiterhin chancengerecht besetzt werden, wird den Anteil an Frauen in der Gesamtprofessorenschaft deutlich erhöhen und so zusätzlich zu einem Kulturwandel hin zu mehr Chancengerechtigkeit beitragen.

Internationalisierung

Die Wissenschaft in Deutschland ist deutlich stärker von Hierarchien geprägt als in anderen Ländern, was auch an der Habilitation liegt, die lange verbreitet war und es in einigen Fächern auch weiterhin ist. Das geht mit einer langen Abhängigkeit zu weisungsbefugten Professor*innen im Laufe einer wissenschaftlichen Karriere einher. Das ist für junge Wissenschaftler*innen nicht attraktiv und auch für internationale Wissenschaftler*innen oftmals nicht verständlich. Im internationalen Vergleich ist es unüblich, die Wertschätzung gegenüber Professor*innen in der Anzahl ihrer aus Grundmitteln finanzierten Mitarbeiter*innen auszudrücken. Internationale Kolleg*innen vermissen dagegen ein großes Kollegium und damit vielfältige Kooperationspartner*innen. Mit einer Departmentstruktur – bestehend aus mehr unabhängigen Professuren bereits ab einer frühen Karrierestufe – würde daher eine international anschluss- und wettbewerbsfähige Personalstruktur geschaffen werden, die insbesondere für die Disziplinen notwendig ist, die international um Wissenschaftler*innen konkurrieren.

Für die Einführung einer Departmentstruktur müssen auf mindestens drei Ebenen bestimmte Voraussetzungen geschaffen werden: auf Ebene der Institute, der Hochschulleitung und der Politik.

Institute

Die Initiative für eine Weiterentwicklung der Personalstruktur muss bottom-up – also aus den Instituten – kommen. Mittlerweile gibt es an 10 Instituten der Humboldt-Universität zu Berlin Interessent*innen an der Departmentstruktur und diese kommen aus so unterschiedlichen Fächern wie Philosophie, Geographie und Psychologie, Biologie und evangelische Theologie, Physik und Germanistik, Geschichte, Kulturwissenschaft und British Studies. In meinen bisherigen Gesprächen mit den Kolleg*innen wurde deutlich, wie unterschiedlich die Ausgangsvoraussetzungen sind, die Zahl der Studierenden und Doktorand*innen, der befristeten Postdocs und Professuren, die Höhe der Drittmittel und der Bedarf an professionalisiertem Wissenschaftsmanagement. Die Umsetzung einer Departmentstruktur wird daher immer institutsspezifisch sein und muss den Bedürfnissen und Gegebenheiten am Institut Rechnung tragen. Wie eine Umsetzung dann konkret aussehen kann, muss in statusgruppen-übergreifenden Task Forces gemeinsam erarbeitet werden.

Hochschulleitung

Aller Tatendrang bei der Weiterentwicklung der Personalstruktur hin zu einer Departmentstruktur an den Instituten wird nur dann zu tatsächlichen Änderungen führen, wenn die Hochschulleitung offen dafür ist und ihre Unterstützung bei der Umsetzung zusagt. Das war auch ein Grund, warum wir nach vielen Gesprächen an den Instituten nun vor dem Kuratorium vorgesprochen haben, um auszuloten, ob unser Engagement erwünscht (oder vergebliche Liebesmüh) ist.

Politik

Ein Strukturwandel braucht viel Engagement der Institute, Ausdauer und Mut etwas Neues zu wagen. Anreize kann dafür die Politik bieten, indem sie die Institute, die bei der Einführung einer Departmentstruktur vorangehen wollen, unterstützt. Das kann beispielsweise in Form von zusätzlichen Managing Director-Stellen geschehen, um den Transformationsprozess, der gerade am Anfang einen erheblichen Mehraufwand bedeutet, erfolgreich umsetzen zu können. Steffen Krach, unser Berliner Staatssekretär für Wissenschaft, hat seine Unterstützung für die Einführung von Departmentstrukturen erfreulicherweise zugesagt.

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Im Anschluss an meine bis hierher dargestellten Ausführungen haben meine Kollegen und Mitstreiter Prof. Dr. Tobias Rosefeldt aus der Philosophie und Prof. Dr. Tobias Kümmerle aus der Geographie dem Kuratorium ihre persönliche und institutsspezifische Sicht auf das Thema Departmentstruktur dargestellt.

Tobias Rosefeldt hat zu diesem Thema einen lesenswerten Artikel in der FAZ mit dem Titel Für eine Universität ohne Mitarbeiter veröffentlicht, in dem er seine Argumente für einen Strukturwandel darstellt. Zusammen mit weiteren Kolleg*innen aus der Philosophie veröffentlichte er außerdem ein Positionspapier mit dem Titel Nachhaltige Nachwuchsförderung: Vorschläge zu einer Strukturreform an Instituten für Philosophie.

Zusammen mit Tobias Kümmerle war ich Mitglied der Jungen Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Dort haben wir zusammen mit weiteren Mitgliedern den Debattenbeitrag Departments statt Lehrstühle: Moderne Personalstruktur für eine zukunftsfähige Wissenschaft veröffentlicht, der an das frühere Positionspapier Nach der Exzellenzinitiative: Personalstruktur als Schlüssel zu leistungsfähigeren Universitäten anknüpft.

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Die große Offenheit und der nachdrückliche Zuspruch der Mitglieder des Kuratoriums der Humboldt-Universität zu Berlin sowie die Zusage unserer Präsidentin, Departmentstruktur-Initiativen umzusetzen, sofern Institut und Fakultät das mittragen, hat bei uns zum einen große Freude zum anderen weiteren Tatendrang ausgelöst. Der nächste Schritt ist jetzt, mit den Kolleg*innen und Instituten zu überlegen, wie eine Weiterentwicklung der Personalstruktur an ihrem Institut konkret aussehen kann.

keine verlorene generation im tenure-track-programm.
gastbeitrag in der faz.

1 Dez

 

Mit Beginn des Wintersemesters haben die ersten Wissenschaftler ihre Professuren aus dem Tenure-Track-Programm von Bund und Ländern angetreten. Sie sind die ersten der 468 Personen an insgesamt 34 Hochschulen, die in den Genuss einer solchen Professur kommen. Diese richten sich an junge Wissenschaftler und sind zwar zunächst auf sechs Jahre befristet, werden bei Bewährung in Forschung und Lehre aber entfristet und bieten damit schon frühzeitig in der wissenschaftlichen Karriere eine langfristige Perspektive. Damit sind die Inhaber dieser Professuren glückliche Profiteure des sogenannten Nachwuchspaktes, der die Karrierewege im deutschen Wissenschaftssystem verbessern soll.

Doch dieses längst überfällige Programm zur Verbesserung der Beschäftigungsbedingungen junger Wissenschaftler stößt nicht nur auf Beifall, sondern auch auf zahlreiche Bedenken. Insbesondere Wissenschaftler, die schon seit einigen Jahren befristet forschen und lehren, befürchten, zu einer „verlorenen Generation“ zu gehören: zu jung für eine der wenigen unbefristeten Professuren und zu alt für eine der neuen Tenure-Track-Professuren. Zusammen mit weiteren Mitgliedern der Jungen Akademie gehen wir diesen Bedenken nach, indem wir das Tenure-Track-Programm kritisch begleiten.

Mittlerweile naht bereits die zweite (und vorerst letzte) Ausschreibungsrunde dieser begehrten Professuren: Bis einschließlich Januar können sich Universitäten, die bisher nicht oder nur anteilig gefördert wurden, um weitere 532 Tenure-Track-Professuren aus diesem Programm bewerben. Ein guter Zeitpunkt, um erste Ergebnisse unseres unabhängigen Forschungsprojekts vorzustellen.

Anstoß zum Strukturwandel

Ziel der Tenure-Track-Professur ist, planbare und transparente Karrierewege in der Wissenschaft zu etablieren. Planbar, weil die Entscheidung über den Verbleib in der Wissenschaft schon früher, im Allgemeinen kurz nach der Promotion, getroffen wird und es schon dann die realistische Option einer Entfristung gibt. Und transparent, weil Berufungskommissionen anhand festgelegter Kriterien über die Auswahl der Tenure-Track-Professoren und deren Entfristung entscheiden, statt dies einzelnen Professoren zu überlassen, wie es bei der Vergabe klassischer Assistenzstellen oftmals der Fall ist. Dabei versteht sich das Tenure-Track-Programm auch explizit als Reformprojekt für einen Kultur- und Strukturwandel im deutschen Wissenschaftssystem.

Die Tenure-Track-Professur baut auf der schon 2002 von der damaligen Forschungsministerin Edelgard Bulmahn eingeführten Juniorprofessur auf. Sie stellt eine international verbreitete Stellenkategorie dar und ermöglicht jungen Wissenschaftlern bereits zu Beginn ihrer Karriere Freiheit in Forschung und Lehre. Problematisch war, dass Juniorprofessuren selbst bei hervorragender wissenschaftlicher Leistung oftmals nicht entfristet werden konnten. Es fehlte damit die langfristige Perspektive. Dieses Problem wird durch die Professuren aus dem Tenure-Track-Programm behoben.

Was bleibt, ist die Befürchtung, eine verlorene Generation zu schaffen. Zu dieser verlorenen Generation werden Wissenschaftler gezählt, die bisher zwar noch auf keine unbefristete Professur berufen wurden, aber bereits mehrere Jahre seit ihrer Promotion in der Wissenschaft tätig sind. Dies sind beispielsweise Personen auf einer befristeten Juniorprofessur ohne Tenure Track oder auf einer befristeten Akademischen Ratsstelle sowie Personen, die eine Eigene Stelle oder eine Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) oder einen ERC-Starting Grant des Europäischen Forschungsrats eingeworben haben. Diese Wissenschaftler sind gemäß den Hochschulgesetzen der Länder bereits zu alt (beziehungsweise zu qualifiziert) für eine Tenure-Track-Professur und können von dieser Förderung somit nicht mehr profitieren.

Erfahrene Wissenschaftler werden berücksichtigt

Drei Fragen wollen wir mit unserer kritischen Begleitung des Tenure-Track-Programms beantworten: Welche Art von Tenure-Track-Professuren werden durch das Programm finanziert? Geschieht dies zu Lasten einer Generation an Wissenschaftlern? Und werden mit den Programmmitteln tatsächlich neue Professuren geschaffen?

Die Universitäten können mit Hilfe des Tenure-Track-Programms sowohl W1- als auch W2-Professuren schaffen. In beiden Fällen steht ihnen eine Pauschale von ungefähr 120 000 Euro pro Jahr zur Verfügung. Bei positiver Evaluation wird die Tenure-Track-Professur nach sechs Jahren entfristet. Zwei weitere Jahre der dann folgenden W2- oder W3-Professur können ebenfalls über das Programm finanziert werden. Am kostengünstigsten wäre es für die Universitäten somit, mit der Programmpauschale ausschließlich W1-Tenure-Track-Stellen zu schaffen, die bei Bewährung auf W2-Professuren entfristet werden.

Zu Beginn des Semesters lagen 265 Ausschreibungen vor. Es ist damit schon ein substantieller Anteil der bewilligten Professuren ausgeschrieben worden. Entgegen verbreiteten Befürchtungen sind lediglich 154 dieser Stellen Tenure-Track-Professuren auf W1-Niveau, mit 58 Prozent also nur etwas mehr als die Hälfte der bisher ausgeschriebenen Stellen. Die restlichen 42 Prozent sind W2-Professuren, die im Allgemeinen mit erfahrenen Wissenschaftlern besetzt werden. Auch werden längst nicht alle Professuren lediglich auf W2-Niveau entfristet, sondern nur 62 Prozent, während 35 Prozent auf W3-Niveau entfristet werden. Darüber hinaus können einzelne Professuren sowohl als W2 als auch als W3 entfristet werden (das gilt beispielsweise für die Open-Topic-Professuren an der Universität Erlangen-Nürnberg).

Das heißt: Gut die Hälfte der bisherigen Professuren aus dem Tenure-Track-Programm richtet sich an junge Wissenschaftler kurz nach der Promotion. Der restliche Teil der Professuren steht auch erfahreneren Wissenschaftlern offen. Wissenschaftler der vermeintlichen „verlorenen Generation“ werden durch das Programm also durchaus adäquat berücksichtigt.

Ausgewogene Mischung

Parallel dazu untersuchen wir, ob es über die Jahre tatsächlich zu einem Aufwuchs an Professuren kommt. Unsere bisherigen, natürlich noch vorläufigen, Ergebnisse legen nahe, dass sich die Zahl der Professuren erhöht. Nehmen wir die Humboldt-Universität zu Berlin als Beispiel: Am Stichtag (1. Dezember 2014) gab es dort 353 unbefristete Professuren. Drei Jahre später, sogar noch vor Ausschreibung der 26 bewilligten Tenure-Track-Professuren, hat sich die Zahl der unbefristeten Professuren bereits auf 372 erhöht. Berlin scheint keine Ausnahme zu sein. Auch an anderen Universitäten stieg die Zahl der unbefristeten Professuren an, im Durchschnitt um drei Prozent.

Unsere bisherigen Ergebnisse legen nahe, dass das Tenure-Track-Programm entgegen der verbreiteten Sorge gut angelaufen ist. Wenig spricht bisher für die Schaffung einer verlorenen Generation, mehr für eine überraschend ausgewogene Mischung an unterschiedlichen, neu geschaffenen Tenure-Track-Professuren.

Für die Universität braucht es aber ein weiter reichendes Ziel als das Tenure-Track-Programm. Mitglieder der Jungen Akademie schlagen dafür die Schaffung einer Departmentstruktur vor. Die Tenure-Track-Professur ist darin der Standardweg zur unbefristeten Professur. Um diese flächendeckend einzuführen, werden in unserem Vorschlag befristete Postdoktoranden-Stellen kostenneutral in Professuren aufgewertet und die Ressourcen in den Departments kollegial geteilt, anstatt dauerhaft einzelnen Lehrstühlen zugeordnet zu werden. Dadurch entsteht ein Wissenschaftssystem, in dem die Kooperation auf Augenhöhe im Mittelpunkt steht und Hierarchien zwischen Wissenschaftlern abgebaut werden.

Ebenso haben wir ein neues Förderformat vorgeschlagen: die Bundesprofessur. Diese soll erfolgreichen jungen Wissenschaftlern eine unbefristete Möglichkeit zur selbständigen Forschung und Lehre an einer Universität ihrer Wahl ermöglichen und langfristig aus Bundesmitteln finanziert werden. Beide Vorschläge zielen darauf ab, ein leistungsstarkes und sozial verträgliches Wissenschaftssystem zu schaffen, in dem die besten Wissenschaftler eine langfristige Perspektive erhalten und unabhängig arbeiten können.

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Dieser Gastbeitrag erschien am 28. November 2018 in der FAZ. Link zum Gastbeitrag

weg mit den lehrstühlen!
gastbeitrag bei zeit online.

30 Aug

Stellen Sie sich vor: Sie arbeiten Vollzeit, bekommen aber nur eine halbe Stelle bezahlt. Nicht weil es Ihnen an Qualifikation mangelt – im Gegenteil, Sie gehören zu den am besten ausgebildeten Menschen im Land, haben studiert oder sind sogar promoviert. Sie tun das unter anderem deshalb, weil Ihr Vertrag nur noch wenige Monate läuft und die Anschlussfinanzierung ungesichert ist. Aus diesem Grund zögern Sie auch die Gründung einer Familie hinaus. Schließlich pendeln Sie wöchentlich einmal quer durch die Republik, um Partnerin oder Partner zu sehen. Seit Jahren schon. Mal in die eine, mal in eine andere Stadt. Alles in allem ist das weder eine gute Basis für Familiengründung und Work-Life-Balance noch für Muße zu guten Ideen und ambitionierten Projekten.

Was in vielen Arbeitsbereichen undenkbar scheint, ist in der Wissenschaft Alltag. Ein Beispiel: Eine Doktorandin arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin durchschnittlich um die 40 Stunden pro Woche, oftmals auf halben Stellen, und erhält dafür laut des Bundesberichts Wissenschaftlicher Nachwuchs ein Nettoeinkommen von durchschnittlich 1.261 Euro. Also etwa 7,50 Euro pro Arbeitsstunde. Auch nach der Promotion wird es oft nicht besser: immer wieder Befristungen, Jobwechsel, Pendeln, Umziehen. Außerdem sind viele Stellen inhaltlich einem Lehrstuhl untergeordnet, also keineswegs frei in Forschung und Lehre.

Planbarkeit fürs Leben, Freiheit für die Forschung

Auf diese schwierigen Bedingungen lassen sich viele junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein – in der Hoffnung, irgendwann eine unbefristete Stelle zu bekommen. Das Problem: Diese Jobs gibt es kaum noch. Zum einen, weil die Wissenschaft immer stärker durch Drittmittel gefördert wird: Die so finanzierten Projekte und Stellen sind so gut wie immer befristet. Zum anderen werden auch die Grundmittel, die den Universitäten langfristig zur Verfügung stehen, immer häufiger für befristete Stellen eingesetzt, zurzeit 75 Prozent davon. Die Folge: Einer gleichbleibend geringen Anzahl an Professuren steht eine steigende Anzahl an befristet beschäftigten Wissenschaftlern gegenüber. Etwa vier von fünf hoch qualifizierten Wissenschaftlerinnen gehen letztendlich leer aus – nachdem sie über viele Jahre hinweg hohe Leistung gezeigt haben und ihr Leben einem prekären Job untergeordnet haben.

So kann es nicht weitergehen. Wir müssen jungen Wissenschaftlerinnen früher Sicherheit und Planbarkeit geben und gleichzeitig mehr Freiheit für ihre Forschung und Lehre. Der Schlüssel dazu ist, wissenschaftliche Arbeit anders zu organisieren. Im bisherigen Lehrstuhlsystem kann lediglich ein Bruchteil, nämlich etwa 13 Prozent der Wissenschaftler, als Professorin oder Professor frei forschen und lehren und auf oftmals unbefristeten Stellen arbeiten. Sie sind die „Sonnenkönige“ des Systems und genießen viele Privilegien. Der Rest gehört zum wissenschaftlichen Mittelbau, arbeitet also meist in Unsicherheit und Abhängigkeit von den Lehrstuhlinhaberinnen und -inhabern. Um das zu ändern, sollten wir uns von den Lehrstühlen verabschieden – zugunsten einer Departmentstruktur.

Die Rolle der Professoren verändert sich

In einer Departmentstruktur gibt es mehr Professuren und weniger Mittelbau. Zentrale Entscheidungen über Ressourcen, Einstellungen und Entfristungen liegen nicht mehr bei einzelnen Lehrstuhlinhabern, sondern sie können im Department gemeinsam getroffen werden: entweder bei regelmäßigen Treffen – oder das Department wählt demokratisch Verantwortliche für einzelne Entscheidungsbereiche.

Die wissenschaftliche Laufbahn beginnt bei einer Departmentstruktur in Graduiertenzentren. Diese Zentren, an denen die Doktorandinnen und Doktoranden promovieren, sind dem gesamten Department und nicht einzelnen Professuren zugeordnet. Als nächster Karriereschritt kann nach der Promotion eine befristete Professur folgen, die bei hervorragender Leistung in Forschung und Lehre entfristet wird – sogenannte Tenure-Track-Professuren. So entstehen früher als bisher langfristige Perspektiven. Und statt jahrelanger Wechsel zwischen unterschiedlichen Universitäten und Lehrstühlen wird die wissenschaftliche Karriere nach der Promotion auch innerhalb einer Universität möglich.

In einer Departmentstruktur ändert sich die Professorenrolle erheblich. Professorinnen sind weniger Wissenschaftsmanagerinnen als aktiv Forschende, die im engen Austausch mit den Studierenden lehren. Die zahlreichen Aufgaben bei Prüfung und Begutachtung, Betreuung und Personalführung, Transfer und Selbstverwaltung verteilen sich auf mehr Schultern, was die Professoren entlastet. Gleichzeitig werden die Kernaufgaben in Forschung und Lehre gestärkt. Davon profitieren auch die Studierenden: Sie lernen bei Menschen, die Erfahrungen in der Lehre sammeln und darauf aufbauen können, anstatt bei Dozentinnen und Dozenten, die von Semester zu Semester wechseln.

Abschaffung des Mittelbaus

Die Departmentstruktur ermöglicht, dass Wissenschaftler auf Augenhöhe und kollegial zusammenarbeiten, weil sie die alten Hierarchien aufbricht. Und spätestens seit der #MeToo-Debatte wissen wir alle: Dort, wo einige wenige Personen an der Spitze stehen, kommt es eher zu Machtmissbrauch. Das gilt in Hollywood, in Unternehmen, im Journalismus – und natürlich gilt das auch in der Wissenschaft.

Lieber weniger Stellen mit guten Arbeitsbedingungen
als viele unsichere Jobs

Deshalb sollten wir das Geld im Wissenschaftssystem umverteilen. Mehr Mittel müssten in unbefristete Professuren fließen und weniger Mittel in befristete Stellen im Mittelbau. In der radikalsten Form einer Departmenstruktur würde der bisherige haushaltsfinanzierte Mittelbau nahezu vollständig abgeschafft, um damit zusätzliche Professuren zu finanzieren. Auf diesem Weg könnte die Zahl der Professuren in Deutschland fast verdreifacht werden, ohne dass dadurch das Lehrangebot eingeschränkt werden müsste. Die Anzahl der Stellen insgesamt würde dadurch sinken, die Personalmittel der Universitäten würden damit aber vollständig in Stellen investiert, die sich durch gute Arbeitsbedingungen auszeichnen.

Eine Departmentstruktur ist leistungsstark, weil Hierarchien nicht den Wettbewerb um die besten Ideen bestimmen. Und sie ist sozial verträglich, weil sie statt prekärer Beschäftigung dauerhaft in die besten Wissenschaftlerinnen investiert.

Klingt nach unrealistischer Zukunftsmusik? Keinesfalls. Eine Departmentstruktur ist international verbreitet und es gibt sie auch in Deutschland bereits bei den Wirtschaftswissenschaftlern in Bonn und Mannheim. Ein solcher Strukturwandel wird gerade in der Politikwissenschaft in Bremen vorbereitet, die Departmentstruktur ist für die gesamte neue TU Nürnberg vorgesehen und auch in der Philosophie und Medizin gibt es laute Stimmen, die das Ende der Lehrstühle zugunsten einer Departmentstruktur fordern.

Den Startschuss für einen flächendeckenden Strukturwandel könnte der Hochschulpakt – eine wichtige Einnahmequelle der Universitäten – bieten. Der einflussreiche Wissenschaftsrat forderte kürzlich, die Vergabe der Mittel dieses Hochschulpaktes an die Zahl der Professuren in Relation zu den Studierenden zu knüpfen. Dies könnte eine substanzielle finanzielle Unterstützung der Departmentstruktur bedeuten.

Die Einführung einer Departmentstruktur bedeutet einen radikalen Strukturwandel hin zu einem modernen, leistungsstarken und sozial verträglichen Wissenschaftssystem. Sie liegt keineswegs so fern, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Im Gegenteil: Eine wachsende Zahl an Wissenschaftlerinnen setzt sich intensiv mit dieser Idee auseinander oder plant bereits den Strukturwandel.

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Dieser Gastbeitrag erschien am 28. August 2018 bei ZEIT ONLINE im Ressort Arbeit. Link zum Gastbeitrag

Vielen Dank für Feedback zu früheren Versionen des Textes an Juliane Frisse, Christoph Rogge, Martin Grund, Kristina Musholt und Moritz Schularick!

forschergeist.
mein erster podcast-beitrag.

27 Jul

Ich habe mit dem wunderbaren Tim Pritlove über meinen Beruf & mein Leben, über Persönlichkeit & mein neues Buch Charakterfrage, die Junge Akademie & Wissenschaftspolitik gesprochen:

https://forschergeist.de/podcast/fg061-persoenlichkeitsentwicklung/

Der Podcast

Forschergeist ist ein Podcast über Bildung und Forschung vom Stifterverband und von Metaebene. Ziel ist, Einblicke in die Arbeit von WissenschaftlerInnen zu geben und auszuloten, was Forschergeist ausmacht: Neugier, Ausdauer und Mut.

Die Ankündigung vom Forschergeist

Jule Specht ist Psychologin und Professorin an der Berliner Humboldt-Universität. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Persönlichkeitsentwicklung, Wohlbefinden, Persönlichkeit und soziale Beziehungen. Sie ist zudem Mitglied der „Jungen Akademie“, einem Thinktank für wissenschaftliche und wissenschaftspolitische Fragen, die besonders den wissenschaftlichen Nachwuchs betreffen.

In dieser Episode sprechen wir mit Jule Specht darüber, was Persönlichkeit in einem wissenschaftlichen Sinne ist, was unsere Persönlichkeit formt, wie sich eine Persönlichkeit im Laufe des Lebens entwickelt oder wie sich Männer und Frauen in Ihrer Persönlichkeit unterscheiden. Wir werfen einen Blick auf das Berufsleben, das Teile unserer Persönlichkeit besonders fordert oder formt, beispielsweise bezüglich unserer Gewissenhaftigkeit. Und auf welche Persönlichkeitsmerkmale achten eigentlich Unternehmen bei der Mitarbeiterauswahl?

Zum Ende hin streifen wir noch die Frage, wie man mit Big Data Rückschlüsse auf die Persönlichkeit ziehen und uns damit vielleicht auch manipulieren kann, und erkennen wenig überrascht: Wir sind nicht mehr weit entfernt davon, dass uns unser Smartphone sagen kann, wie glücklich wir gerade sind.

charakterfrage.
wer wir sind und wie wir uns verändern.

12 Mai

Gehen wir gerne unter Leute, oder bleiben wir lieber allein? Sorgen wir uns häufig, oder ruhen wir in uns? Machen uns Schicksalsschläge am Ende wirklich stark? Und: Kommen wir mit einem unveränderlichen Charakter auf die Welt?

Seit fast 10 Jahren beschäftigen mich diese Fragen nun schon. An so gut wie jedem einzelnen Tag. Diese Faszination für das Thema Persönlichkeitsentwicklung habe ich nun in ein Buch gegossen. Die Hoffnung: Meine Leidenschaft für die Persönlichkeit und ihre Entwicklung weiterzugeben.

Ab dem 15. Mai 2018 liegt das Buch in den Buchläden. Oder kann bestellt werden. Entweder direkt über den Rowohlt-Verlag. Oder beispielsweise über Amazon.

Das Buch

In dem Buch gehe ich der Frage nach, was Persönlichkeit ist und wie sie jeden Lebensbereich beeinflusst, welche Vorhersagen sie über Jahrzehnte hinweg erlaubt und vor allem, wie und warum sie sich verändert. Gleichzeitig räume ich mit einigen gängigen Irrtümern auf: Denn es geht auch darum, ob es wirklich vor allem frühe Kindheitserfahrungen sind, die uns prägen, ob uns positive Ereignisse tatsächlich glücklich machen und ob vorherbestimmt ist, wer wir sind und sein werden.
→ Weitere Informationen zum Buch gibt es hier.

Die Buchpremiere

Der Erscheinungstermin wird mit einer Lesung in der Urania gefeiert. Direkt am 15. Mai ab 19.30 Uhr lese ich dort und spreche mit Stephan Karkowsky über die Persönlichkeit und ihre Veränderlichkeit. Natürlich ist auch Zeit für Publikumsfragen vorgesehen und das Buch kann man im Anschluss auch direkt erwerben.
→ Tickets für die Lesung gibt es hier.

Die Lieblingsfußnote

In den Medien

02.05.2018 — Interview bei alzheimer.ch mit Franziska Wolffheim zum Thema ‚Persönlichkeitsforschung: Man sollte immer auf die Individualität eingehen‘ Link zum Beitrag

09.05.2018 — Interview in der Berliner Zeitung mit Juliane Meißner mit dem Titel ‚Die Bedeutung der frühen Kindheit wird überschätzt‘ — Link zum Text

12.05.2018 — Interview für ZEIT ONLINE mit Alice Ahlers mit dem Titel ‚Die Persönlichkeitsentwicklung ist niemals fertig‘ — Link zum Text

15.05.2018 — Interview beim kulturradio vom rbb mit Anja Herzog zum Thema ‚Charakterfrage: Wer wir sind und wie wir uns verändern‘ Link zum Beitrag

15.05.2018 — Interview bei radioeins mit Katja Weber und Holger Klein zum Thema ‚Wie sich der Charakter verändert‘ Link zum Beitrag

16.05.2018 — Interview für die Humboldt-Universität zu Berlin mit Vera Görgen zum Thema ‚Wer sind wir – und warum sind wir so, wie wir sind?‘ Link zum Text

28.05.2018 — Interview beim Deutschlandfunk Kultur mit Liane von Billerbeck zum Thema ‚Persönlichkeitsentwicklung: Mit 30 ist noch nicht Schluss‘ Link zum Beitrag

01.06.2018 — Interview beim rbb Fernsehen in der Sendung zibb zum Thema ‚Eine Frage des Charakters‘ Link zum Video

05.06.2018 — Interview bei radioBERLIN in der Sendung Dein Feierabend mit Alexander Schurig zu meinem neuen Buch ‚Charakterfrage‘

23.06.2018 — Interview in der NZZ am Sonntag mit Regula Freuler mit dem Titel ‚«Kindheit wird überschätzt»: Warum wir unseren Charakter auch in hohem Alter noch ändern können‘ Link zum Artikel

07/2018 — Interview in der Annabelle mit Franziska Wolffheim mit dem Titel ‚Bin ich, wer ich mal war?‘ (ebenso erschienen im Tagesanzeiger und in der Berner Oberländer mit dem Titel ‚Es ist total in Ordnung, sich selbst in einem positiven Licht zu sehen‘ Link zu den Artikeln hier und hier)

07/2018 — Buchkritik in der Gehirn&Geist von Steve Ayan mit dem Titel ‚Persönlichkeit im Wandel‘ (Tipp des Monats) Link zum Artikel

07/2018 — Artikel und Interview in der Psychologie Heute mit dem Titel ‚Kann ich mich ändern?‘ (Auszug aus meinem Buch Charakterfrage als Titel-Artikel) Link zur Ausgabe

06.07.2019 — Artikel in der Hörzu von Thomas Kunze mit dem Titel ‚Der geheime Charakter-Code‘

wie ich werde, wenn ich alt bin.
vortrag & gespräch beim körberforum.

2 Apr

Über mein Lieblingsforschungsthema – die Persönlichkeit im Erwachsenenalter – habe ich am 20. März im KörberForum der Körber-Stiftung gesprochen. Den Vortrag, das anschließende Gespräch mit Claus Peter Simon, dem stellvertretenden Chefredakteur von GEO WISSEN, sowie die Diskussion mit dem Publikum kann man hier sehen:

Ankündigungstext der Körber-Stiftung:

»So bin ich eben!« Warum diese Ausrede auch im fortgeschrittenen Alter nicht zählt, weiß Psychologieprofessorin Jule Specht. Mit ihrer Forschung zur Persönlichkeitsentwicklung bringt sie Denkweisen über das Alter ins Wanken und zeigt: Ältere Menschen können sich noch einmal so stark verändern wie Teenager, eine Stabilisierung des Charakters ist nicht die Norm. Ebenso überraschend ist dabei, dass Gesundheitsveränderungen, Großelternschaft und Renteneintritt als Auslöser dabei nur eine kleine Rolle zu spielen scheinen. Jule Specht sprengt auch selbst Altersgrenzen – gehört sie doch mit Anfang 30 zu Deutschlands jüngsten Professorinnen. Der stellvertretende Chefredakteur von GEO Wissen, Claus Peter Simon, spricht mit ihr darüber, warum ihre Forschungsergebnisse nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für die Lebensgestaltung jedes Einzelnen spannend sind.

psychologie heute-blog.
26x psychologie heute.

19 Dez

Schicksalsschläge und Kleinigkeiten des Alltags, die Wichtigkeit von Emotionen und Zufällen beim Treffen guter Entscheidungen und die Flüchtigkeit des Glücks, das Suchen und Finden der Liebe, nützliche Angst, Nostalgie und Zukunftssorgen. All das war Teil der Alltagsfragen, auf die ich in den letzten Jahren im Blog der populärwissenschaftlichen Zeitschrift Psychologie Heute mit Hilfe wissenschaftlicher Studien Antworten gesucht habe.

Im neuen Jahr wird es zwar den Psychologie Heute-Blog nicht mehr geben, aber meine Texte können weiterhin hier gelesen werden. Und weil die Themen alle sehr persönlich sind, fühlt es sich nun in dieser Zusammenstellung ein bisschen wie ein Tagebuch an oder zumindest wie eine mentale Reise in die Vergangenheit. Für alle, die Lust auf psychologische Antworten auf meist immer noch aktuelle Fragen des Alltags haben: Viel Spaß beim Lesen!

Text 1: Think negative! (29. Juli 2014)

Text 2: Ein Plädoyer für schnelles Schlafen (09. September 2014)

Text 3: Über die Illusion, das Gute im Schlechten zu finden (21. Oktober 2014)

Text 4: Über die Notwendigkeit von emotionalem Protest (02. Dezember 2014)

Text 5: Über die Flüchtigkeit des Glücks (13. Januar 2015)

Text 6: Über das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren (24. Februar 2015)

Text 7: Über die Wucht der kleinen Dingen (07. April 2015)

Text 8: Über die große, wahre Liebe (12. Mai 2015)

Text 9: Über das Überschätzen psychologischer Ratschläge (16. Juni 2015)

Text 10: Über den Mangel an (echten) Prioritäten (21. Juli 2015)

Text 11: Über die Vorzüge des Offline-Datings (25. August 2015)

Text 12: Über Nostalgie und Vorfreude (13. Oktober 2015)

Text 13: Über funktionale Angst (08. Dezember 2015)

Text 14: Über Bedingungslosigkeit (02. Februar 2016)

Text 15: Über Alterspanik (29. März 2016)

Text 16: Über fragmentierte Liebesleben (24. Mai 2016)

Text 17: Über große und größere Sorgen (19. Juli 2016)

Text 18: Über die Persönlichkeit der Politik (13. September 2016)

Text 19: Über schwere Entscheidungen und glückliche Zufälle (08. November 2016)

Text 20: Über einen Verschwundenen (03. Januar 2017)

Text 21: Über einen neuen Namen (28. Februar 2017)

Text 22: Über den Wunsch nach Irritation (25. April 2017)

Text 23: Über gewonnene Zeit (19. Juni 2017)

Text 24: Über die Suche nach einem neuen Zuhause (15. August 2017)

Text 25: Über plötzliche Veränderungen (10. Oktober 2017)

Text 26: Über Gerichtsverfahren als belastende Lebensereignisse (05. Dezember 2017)

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über gerichtsverfahren als belastende lebensereignisse.

5 Dez

Bild von Marco Abis

Dreieinhalb Jahre ist es her, dass die Psychologie Heute ihren Blog ins Leben rief und ich seitdem alle vier bis acht Wochen einen Text beitrug. Der heutige ist der 26. Text und wird wohl der letzte sein, denn der Psychologie Heute-Blog wird zum neuen Jahr eingestellt. Wirklich schade, war es doch immer wieder eine schöne Gelegenheit, sich regelmäßig dem populärwissenschaftlichen Schreiben zu widmen und das auch noch für eine so herzliche Redaktion. Ich hoffe, das neue Jahr bringt weitere schöne Gelegenheiten!

Der letzte Text handelt von einem einschneidenden Lebensereignis, das eine gute Freundin kürzlich erlebte und mir sehr nah ging. Und somit endet meine, doch meistens eher beschwingte Schreiberei mit einem besonders deprimierenden Text über Gerichtsverfahren als belastende Lebensereignisse. [Dieser Text erschien zuerst im Blog der Psychologie Heute und kann nun auch hier gelesen werden.]

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Über sexuelle und gewalttätige Übergriffe und dafür mitverantwortliche gesellschaftliche Strukturen wird in den letzten Monaten viel gesprochen. Immer mehr Menschen erheben ihre Stimme um solche Übergriffe anzuprangern. Zum Teil liegen diese lange Zeit zurück, oftmals viele Jahre. Deshalb wird die Frage laut, warum die Taten erst jetzt ans Licht kommen. Eine Antwort darauf sind die psychischen Folgen für die Opfer.

Dass die öffentliche Debatte für das Opfer einer Straftat ein weiteres überaus belastendes, wenn nicht gar traumatisches Ereignis, darstellt, erlebe ich gerade hautnah an einer guten Freundin. Nennen wir sie Anna. Es ist bereits Monate her, da erlebte sie häusliche Gewalt. Wiederholt. Mit erheblichen körperlichen Verletzungen. Diese wurden ärztlich versorgt und dokumentiert, auch die Polizei dazu gerufen und es gibt dritte Zeugen, mit denen ihr Ex-Partner über die Vorfälle sprach.

Der Angeklagte wird zunächst verurteilt, geht dann in Berufung. Das anschließende Gerichtsverfahren wird trotz der erdrückenden Beweise eine Belastungsprobe für Anna, die sich immer wieder rechtfertigen muss und deren persönlichste Lebensumstände vor Gericht und vor anwesenden Familienangehörigen, Freunden, Bekannten, Kollegen und Fremden veröffentlicht werden. Sie muss sich gegen einen aggressiv auftretenden Anwalt des Angeklagten behaupten und das Zeigen von Fotos mit den Verletzungen ertragen, auf denen sie unbekleidet abgebildet ist und die belächelt werden. Kein Wunder, dass nach jedem Gerichtstermin die Nerven blank liegen.

Mit einem befreundeten Richter sitze ich in einer Bar in Kreuzberg und frage ihn, ob er häufig emotionale Belastungen bei Gerichtsverfahren beobachtet. Eine geringe Kontrollierbarkeit und hohe Bedeutung der Gerichtssituation prädestiniert nämlich für Gefühle von Hilflosigkeit, einen Risikofaktor für ernste psychische Belastungen. Tatsächlich bestätigt er, dass die Menschen vor Gericht oftmals emotional hoch angespannt sind. Das Gericht sei aber auch nicht der richtige Ort, um traumatische Erlebnisse zu verarbeiten, sondern um Fehlverhalten zu bestrafen. Und obwohl ich ihm zustimme, dürfen Opfer und Zeugen natürlich nie lediglich Objekte zur Tatsachenfeststellung sein.

Dies hätte auch gesellschaftlich weitreichende Konsequenzen, denn häusliche Gewalt ist nicht selten: Laut Tagesspiegel meldeten im letzten Jahr über 130.000 Menschen Gewalttaten in der Partnerschaft bei der Polizei. Auch die ZEIT berichtet von erschreckenden Zahlen, darunter 80.000 Körperverletzungen und 7.600 Stalkingfälle, was ein erneuter Anstieg häuslicher Gewalt bedeutet. Das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz führt auf, dass jede vierte Frau Gewalt in der Partnerschaft erlebt, davon zwei Drittel schwere körperliche oder sexuelle Gewalt. Und: Bei einem Großteil der Fälle wendet sich das Opfer aus Scham, Angst und mangelndem Vertrauen in staatliche Institutionen weder an die Polizei noch an andere Einrichtungen.

Dabei gibt es hilfreiche Unterstützung. Ein gutes Beispiel: Das Hilfetelefon für Frauen gegen Gewalt vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. Es bietet kostenfreie, persönliche Beratung an, stellt vielfältige Informationen bereit und gibt Rat: Man solle betroffenen Frauen Glauben schenken, da diese häufig viel Misstrauen entgegengebracht bekämen, auch weil sie oftmals nicht dem Stereotyp eines unterlegenen Opfers entsprächen. Seit diesem Jahr gibt es außerdem einen Anspruch auf psychosoziale Prozessbegleitung, die dabei unterstützen soll, die emotionale Belastung während des Verfahrens zu reduzieren.

Im Fall meiner Freundin Anna gab es keine ausreichende psychosoziale Prozessbegleitung. Und obwohl der Richter erhebliche Inkonsistenzen in den Ausführungen des Angeklagten erkannte und ihr glaubte, wurde der Angeklagte letztendlich aus Mangel an Beweisen freigesprochen. So oder ähnlich läuft es in drei Viertel solcher Gerichtsverfahren. Und auch wenn das nachvollziehbar sein mag, ist Anna fassungslos und am Ende ihrer Kräfte. Nie wieder würde sie eine solche Tat vor Gericht bringen, sagt sie. Das ist verständlich, aber fatal: Psychische Belastungen müssen vor Gericht noch weitreichender berücksichtigt werden und es muss mehr psychosoziale Unterstützung bei den emotional belasteten Prozessbeteiligten ankommen.

Zum Weiterlesen

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2013). Mehr Mut zum Reden: Von misshandelten Frauen und ihren Kindern.

Jacquelyn C. Campbell (2002). Health consequences of intimate partner violence. Lancet, Vol. 359, S. 1331-1336.

Sandra M. Stith, Douglas B. Smith, Carrie E. Penn, David B. Ward & Dari Tritt (2004). Intimate partner physical abuse perpetration and victimization risk factors: A meta-analytic review. Aggression and Violent Behavior, Vol. 10, S. 65–98.

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Zwischen Juli 2014 und Dezember 2017 veröffentlichte die populärwissenschaftliche Zeitschrift Psychologie Heute einen Blog mit dem Titel ‚Der psychologische Blick‘. Jeden zweiten Dienstag schrieb darin eine von vier bis sechs KolumnistInnen – und ich war eine davon – über aktuelle Themen aus Alltag, Gesellschaft und Wissenschaft.

departments statt lehrstühle.
ein debattenbeitrag.

12 Okt

Eine Department-Struktur – als eine Alternative zur bisherigen Lehrstuhl-Struktur – hat das Potential, mehrere Schieflagen im heutigen Wissenschaftssystem zu überwinden und kann ein zentraler Schritt hin zu einem leistungsstarken und sozialverträglichen Wissenschaftssystem sein. Aber was ist konkret damit gemeint? Wie könnte diese umgesetzt werden? Und mit welchen Folgen – einige davon mehr, andere weniger wünschenswert – ginge ein solcher Strukturwandel einher?

Zusammen mit vier weiteren Mitgliedern der Jungen Akademie bin ich diesen Fragen nachgegangen. Heraus kam dabei ein Aufschlag zu einem Papier, das anschließend in interdisziplinären Gesprächsrunden innerhalb der Jungen Akademie diskutiert und darauf aufbauend überarbeitet und ergänzt wurde. Doch damit ist unser Ziel noch nicht erreicht: Wir möchten dem Thema Department-Struktur wissenschaftspolitische Aufmerksamkeit verschaffen und es öffentlich diskutieren: Welche Perspektiven gibt es auf dieses Thema? Welche Chancen, welche Befürchtungen und welche praktischen Hürden gehen mit einer Department-Struktur einher? Zu diesen Fragen haben sich Personen aus Wissenschaft und Politik in insgesamt 14 Kommentaren geäußert.

Gemeinsam ist es uns so gelungen, eine Vielfalt an Perspektiven u. a. von Personen mit praktischen Erfahrungen bei der Einführung einer Department-Struktur (in Mannheim, Bremen und Lübeck), PolitikerInnen von Bundes- und Landesebene (von CDU, SPD, Grünen und Linken), aus unterschiedlichen Statusgruppen (Mittelbau, JuniorprofessorInnen, unbefristete ProfessorInnen und Präsidien) und aus der Wissenschaftsforschung zusammenzubringen. Wir hoffen, mit dieser Initiative eine lebendige Diskussion zum Thema Department-Struktur anzustoßen bzw. fortzuführen.

Dieser Debattenbeitrag entstand innerhalb der interdisziplinären Arbeitsgruppe Wissenschaftspolitik der Jungen Akademie und kann unter folgendem Link gelesen werden:
Jule Specht, Christian Hof, Julia Tjus, Wolfram Pernice & Ulrike Endesfelder (2017). Departments statt Lehrstühle: Moderne Personalstruktur für eine zukunftsfähige Wissenschaft. Berlin: Die Junge Akademie (ISBN 978-3-00-057956-1).

Berichte über unseren Debattenbeitrag kann man hier nachlesen:

  • Artikel in der ZEIT von Anna-Lena Scholz mit dem Titel ‚Umbau der Pyramide‘ Link zum Artikel
  • Artikel von Jan-Martin Wiarda in seinem Blog mit dem Titel ‚So könnte es gehen‘ Link zum Artikel
  • Artikel von René Krempkow im SciLogs-Blog von Spektrum.de mit dem Titel ‚Das Wissenschaftssystem vom Kopf auf die Füße stellen‘ Link zum Artikel
  • Artikel im Laborjournal von Ralf Neumann mit dem Titel ‚Schluss mit Pyramide‘ Link zum Artikel
  • Artikel von Birgit Fingerle im ZBW Blog mit dem Titel ‚Department versus Lehrstuhl: Könnte Open Science profitieren?‘ Link zum Artikel
  • Beitrag im SWR2 mit Ulrike Till und Armin Himmelrath mit dem Titel ‚Uni ohne Lehrstühle? Junge Wissenschaftler fordern neue Strukturen‘ Link zum Beitrag
  • Artikel in der ZEIT von Anant Agarwala und Anna-Lena Scholz mit dem Titel ‚Macht Schluss damit: Die Strukturen der Wissenschaft begünstigen, dass Macht missbraucht wird. Die Debatte darüber kann jetzt zu einem Kulturwandel führen‘ Link zum Artikel
  • Artikel in Der Standard von Miguel de la Riva mit dem Titel ‚Unter den Talaren der Ordinarien‘ Link zum Artikel
  • Artikel in der Süddeutschen Zeitung von Paul Munzinger mit dem Titel ‚Der Widerstand an den Unis wächst‘ Link zum Artikel
  • Artikel in Leopoldina aktuell 06|2017 von Jan Hauke Plaßmann mit dem Titel ‚Departments anstatt Lehrstühle: Junge Akademie befürwortet Wandel im Wissenschaftssystem‘ Link zur Ausgabe
  • Artikel von Jan Hauke Plaßmann im alma meta-Blog mit dem Titel ‚Moderne Personalstruktur für eine zukunftsfähige Wissenschaft‘ Link zum Artikel
  • Artikel von René Krempkow im SciLogs-Blog von Spektrum.de mit dem Titel ‚Eine kleine Rückschau auf zentrale Diskussionen zum Wissenschaftsystem 2017‘ Link zum Artikel
  • Artikel in den Blättern für deutsche und internationale Politik von Miguel de la Riva mit dem Titel ‚Unter den Professoren: Die prekäre Universität‘ Link zum Artikel
  • Artikel bei Spiegel Online von Kristin Haug mit dem Titel ‚Junge Professoren fordern Abschaffung der Lehrstühle‘ Link zum Artikel
  • Artikel bei FAZ.net mit dem Titel ‚Jung-Wissenschaftler fordern weniger Macht für Professoren‘ Link zum Artikel
  • Gespräch bei SWR2 Impuls mit Martin Gramlich zum Thema ‚Junge Forscher wollen Lehrstühle abschaffen‘ Link zum Beitrag
  • Gespräch bei radioeins mit Daniel Finger und Sven Oswald zum Thema ‚Lehrstühle abschaffen?‘ Link zum Beitrag
  • Artikel in der ZEIT von Christine Prußky mit dem Titel ‚Revolution!‘ Link zum Artikel
  • Gespräch beim Deutschlandfunk in der Sendung Campus&Karriere mit Stephanie Gebert zum Thema ‚Ende der Lehrstühle an den Unis‘ Link zum Beitrag
  • Artikel in der ÄrzteZeitung von Angela Mißlbeck mit dem Titel ‚Bye-bye, Lehrstuhl? Konzept zur Zukunft der Uni-Medizin‘ Link zum Artikel
  • Artikel im Tagesspiegel von Amory Burchard mit dem Titel ‚Diskussion über die Departmentstruktur: Junge Akademie rüttelt am Lehrstuhl‘ Link zum Artikel
  • Artikel bei zm-online mit dem Titel ‚Departments statt Lehrstühle‘ Link zum Artikel

Die Junge Akademie:
Die Junge Akademie wurde im Jahr 2000 als weltweit erste Akademie für herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ins Leben gerufen. Ihre Mitglieder stammen aus allen wissenschaftlichen Disziplinen sowie aus dem künstlerischen Bereich – sie loten Potenzial und Grenzen interdisziplinärer Arbeit in immer neuen Projekten aus, wollen Wissenschaft und Gesellschaft ins Gespräch miteinander und neue Impulse in die wissenschaftspolitische Diskussion bringen. Die Junge Akademie wird gemeinsam von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina getragen. Weitere Informationen zur Jungen Akademie gibt es hier: http://www.diejungeakademie.de