früher | Oktober, 2016

frauen in der wissenschaft.
tenure track: chance für geschlechtergerechtigkeit?

20 Okt

BMBF_Datenportal_Abb2.5.83

Die Leaky Pipeline: Abbildung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung

Wir sind weit entfernt von einem ausgeglichenen Geschlechterverhältnis in der Wissenschaft, denn noch immer sinkt der Frauenanteil substantiell mit steigender Karrierestufe. Unter den begehrten W3-Professuren sind momentan vier von fünf Professuren von Männern besetzt. Aber die Zahl der Frauen in der Wissenschaft steigt, wenn auch nur sehr langsam. Behalten wir die Entwicklung der letzten 10 Jahre bei, dann können wir erst in 40 Jahren mit einem ausgeglichenen Geschlechterverhältnis bei W3-Professuren rechnen.

Zum Glück gibt es Menschen in der Politik und Wissenschaft, die das ändern möchten. Zum Beispiel die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Frauenförderung im Bereich der Wissenschaft“ der GFMK, der Gleichstellungs- und Frauenministerkonferenz. Die GFMK ist ein Zusammenschluss der Gleichstellungs- und FrauenministerInnen und -senatorInnen der Länder. Sie hat das Ziel, die Benachteiligung von Frauen und Männern in Deutschland abzubauen, auch in der Wissenschaft.

Ob der Nachwuchspakt, der die Schaffung von 1.000 zusätzlichen Tenure-Track-Professuren vorsieht, den Anteil an Frauen bei den Professuren erhöhen könne, fragte mich diese Arbeitsgruppe und lud mich für einen Vortrag zu ihrer heutigen Sitzung ein. Tatsächlich spricht einiges dafür, dass Tenure-Track-Programme das bestehende Ungleichgewicht der Geschlechter nicht verschlimmern. Nur: Sie werden das Ungleichgewicht wohl auch nicht substantiell verbessern.

Meiner Meinung nach ist die Förderung von Chancengerechtigkeit in der Wissenschaft unmittelbar mit der Verbesserung beruflicher Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs verknüpft. Wir brauchen mehr Professuren in Deutschland um diese Perspektiven zu verbessern und um alle Anforderungen, die an die Hochschulen gestellt werden, bewältigen zu können. Das ist besonders für Frauen wichtig, die in höherem Ausmaß von mangelnden Perspektiven betroffen sind und deshalb die Wissenschaft zu oft verlassen. Wichtig ist, zusätzliche Professuren für Frauen zu schaffen und bei der Besetzung von regulären Professuren Zielquoten festzulegen, die deutlich über das Kaskadenmodell hinausgehen.

Mehr Informationen zu meinem Vortrag gibt es hier: Vortragsfolien

Besonderer Dank für den anregenden Austausch zu diesem Thema gilt den Mitgliedern der Arbeitsgruppe Wissenschaftspolitik der Jungen Akademie und meinen neuen Kolleginnen und Kollegen an der Uni Lübeck!

was frauen fordern.
mein deutschland in 10 jahren.

2 Okt

Was Frauen fordern: Mein Deutschland in zehn Jahren

Frauen haben in einigen Lebensbereichen noch nicht die gleichen Chancen wie Männer. Der Tagesspiegel möchte das ändern und ich hatte die Ehre, zusammen mit Manuela Schwesig – unserer Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend – die Schirmherrschaft für eine Initiative zu diesem Thema zu übernehmen.

In einer umfangreichen Beilage des heutigen Tagesspiegels kommen Frauen aus der Politik (neben Manuela Schwesig auch Rita SüssmuthNicola Beer, Cornelia Möhring und Ritva Koukko-Ronde), Wissenschaft (neben mir auch Sabine Kunst, Jutta Allmendinger, Ellen von den Driesch und Elke Holst) und Unternehmen / Stiftungen (Sirkka Jendis, Wiebke Ankersen, Aygül Özkan, Jutta Falke-Ischinger, Vera Gäde-Butzlaff, Aletta Gräfin von Hardenberg, Monika Schulz-Strelow, Angelika Huber-Straßer, Dagmar Reim, Stefanie Salata, Beate Wedekind, Tanja Wielgoß und Kristina Jahn) zu Wort und veröffentlichen ihre Forderungen für unser Deutschland in zehn Jahren.

→ Weiterlesen im Debattenportal des Tagesspiegels

lübeck!
ein persönliches einschneidendes lebensereignis.

1 Okt

„Lübeck"

Bye Freie Universität Berlin, hello Universität zu Lübeck! Nach vier wunderbaren Jahren an der FU Berlin (ich werde Dich vermissen!) startet heute ein neuer Lebensabschnitt an der Uni Lübeck. Das bedeutet: Neue Forschungsperspektiven mit neuen Kolleginnen und Kollegen und Neugier darauf wie es sich wohl so forscht und lehrt, dort oben im Norden.

Und so wird ‚research‘ nun tatsächlich ‚me-search‘ und die Forschungsprojekte zum Einfluss einschneidender Lebensereignisse auf die Psyche mal wieder einem persönlichen Alltags-Check unterworfen. Was ist also zu erwarten? Veränderung! Denn die Persönlichkeit passt sich erstaunlich flexibel an neue berufliche Herausforderungen an (deutlich mehr als an familiäre Veränderungen). Bezieht man die Ergebnisse einer schönen Studie von Julia Zimmermann und Franz Neyer auf diesen konkreten Fall, dann kann ich erwarten in den kommenden Monaten offener für neue Erfahrungen, verträglicher und emotional stabiler zu werden. Bedingt wird das durch neue soziale Beziehungen und den Verlust bisheriger Beziehungen. Von Verlust kann in meinem Fall jedoch keine Rede sein, dann der Hauptwohnsitz bleibt vorerst in Berlin, ebenso wie die Affiliation zum Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin.

Eigentlich ist es also gar kein Abschied, sondern vielmehr eine Horizonterweiterung zum Meer. Und das ist schön, denn ich liebe Berlin und ich liebe das Meer. Mal sehen, was meine Persönlichkeit draus macht.