departments statt lehrstühle.
ein debattenbeitrag.

12 Okt

Eine Department-Struktur – als eine Alternative zur bisherigen Lehrstuhl-Struktur – hat das Potential, mehrere Schieflagen im heutigen Wissenschaftssystem zu überwinden und kann ein zentraler Schritt hin zu einem leistungsstarken und sozialverträglichen Wissenschaftssystem sein. Aber was ist konkret damit gemeint? Wie könnte diese umgesetzt werden? Und mit welchen Folgen – einige davon mehr, andere weniger wünschenswert – ginge ein solcher Strukturwandel einher?

Zusammen mit vier weiteren Mitgliedern der Jungen Akademie bin ich diesen Fragen nachgegangen. Heraus kam dabei ein Aufschlag zu einem Papier, das anschließend in interdisziplinären Gesprächsrunden innerhalb der Jungen Akademie diskutiert und darauf aufbauend überarbeitet und ergänzt wurde. Doch damit ist unser Ziel noch nicht erreicht: Wir möchten dem Thema Department-Struktur wissenschaftspolitische Aufmerksamkeit verschaffen und es öffentlich diskutieren: Welche Perspektiven gibt es auf dieses Thema? Welche Chancen, welche Befürchtungen und welche praktischen Hürden gehen mit einer Department-Struktur einher? Zu diesen Fragen haben sich Personen aus Wissenschaft und Politik in insgesamt 14 Kommentaren geäußert.

Gemeinsam ist es uns so gelungen, eine Vielfalt an Perspektiven u. a. von Personen mit praktischen Erfahrungen bei der Einführung einer Department-Struktur (in Mannheim, Bremen und Lübeck), PolitikerInnen von Bundes- und Landesebene (von CDU, SPD, Grünen und Linken), aus unterschiedlichen Statusgruppen (Mittelbau, JuniorprofessorInnen, unbefristete ProfessorInnen und Präsidien) und aus der Wissenschaftsforschung zusammenzubringen. Wir hoffen, mit dieser Initiative eine lebendige Diskussion zum Thema Department-Struktur anzustoßen bzw. fortzuführen.

Dieser Debattenbeitrag entstand innerhalb der interdisziplinären Arbeitsgruppe Wissenschaftspolitik der Jungen Akademie und kann unter folgendem Link gelesen werden:
Jule Specht, Christian Hof, Julia Tjus, Wolfram Pernice & Ulrike Endesfelder (2017). Departments statt Lehrstühle: Moderne Personalstruktur für eine zukunftsfähige Wissenschaft. Berlin: Die Junge Akademie (ISBN 978-3-00-057956-1).

Berichte über unseren Debattenbeitrag kann man hier nachlesen:

  • Artikel in der ZEIT von Anna-Lena Scholz mit dem Titel ‚Umbau der Pyramide‘ Link zum Artikel
  • Artikel von Jan-Martin Wiarda in seinem Blog mit dem Titel ‚So könnte es gehen‘ Link zum Artikel
  • Artikel von René Krempkow im SciLogs-Blog von Spektrum.de mit dem Titel ‚Das Wissenschaftssystem vom Kopf auf die Füße stellen‘ Link zum Artikel
  • Artikel im Laborjournal von Ralf Neumann mit dem Titel ‚Schluss mit Pyramide‘ Link zum Artikel
  • Artikel von Birgit Fingerle im ZBW Blog mit dem Titel ‚Department versus Lehrstuhl: Könnte Open Science profitieren?‘ Link zum Artikel

Die Junge Akademie:
Die Junge Akademie wurde im Jahr 2000 als weltweit erste Akademie für herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ins Leben gerufen. Ihre Mitglieder stammen aus allen wissenschaftlichen Disziplinen sowie aus dem künstlerischen Bereich – sie loten Potenzial und Grenzen interdisziplinärer Arbeit in immer neuen Projekten aus, wollen Wissenschaft und Gesellschaft ins Gespräch miteinander und neue Impulse in die wissenschaftspolitische Diskussion bringen. Die Junge Akademie wird gemeinsam von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina getragen. Weitere Informationen zur Jungen Akademie gibt es hier: http://www.diejungeakademie.de