gastkommentar im zeit chancen brief.
kinder auf die konferenzen!

24 Aug

Zeit Chancen Brief

Zahlreiche Mitglieder der wissenschaftspolitischen Szene Deutschlands reisen zur heute beginnenden GAIN-Tagung nach San Francisco. Das Ziel: Vielversprechende WissenschaftlerInnen aus Deutschland für den hiesigen Wissenschaftsstandort zurückgewinnen. WissenschaftlerInnen mit Kindern scheinen dabei nicht zur Zielgruppe zu gehören. Zumindest fehlt es an entsprechender Unterstützung – beispielsweise in Form von Kinderbetreuung während der Tagung. Haftungsrechtlich schwierig, heißt es auf Nachfrage, man fühlt sich nicht zuständig. Die Folge: Wer Kinder hat, kommt nicht zur GAIN – oder organisiert sie still und heimlich weg.
Ist das ein realistisches Bild der mangelnden Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie in Deutschland, das die GAIN so vermittelt? Leider ja: Der BuWiN 2017 zeigt, dass WissenschaftlerInnen in Deutschland seltener Kinder haben als andere Hochqualifizierte (obwohl sie sich welche wünschen!), was u.a. an den Beschäftigungsbedingungen liegt.
Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen forderte im letzten Monat familiengerechte Chancen in der Wissenschaft, beispielsweise mithilfe finanzieller Unterstützung bei der Kinderbetreuung. Die DFG gestaltete zeitgleich ihre Antragsvoraussetzungen familienfreundlicher und vergibt nun zusätzliche Familienzuschläge. Auch Berlin wird familienfreundlicher: Dort können JuniorprofessorInnen mit Kindern ihre Stelle um bis zu 4 Jahre verlängern, was bisher von den Präsidien einzelner Hochschulen torpediert wurde, aber mit dem geänderten Berliner Hochschulgesetz nicht mehr abzuwenden ist.
Ein frühes Vorbild ist in diesem Zusammenhang für mich die Studienstiftung, die mich (und meine beiden Kinder) während meines Studiums unterstützte und es u.a. ermöglichte, Kinder zu Sommerakademien mitzunehmen. Deshalb gehörten Kinder dort zum Konferenzalltag und zeigten unmittelbar: Familie und Wissenschaft sind zusammen möglich.
Das sind ermutigende Beispiele dafür, dass die Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie nicht nur auf Konferenzpodien gehört, sondern auch im Alltag ankommt. Wenn Deutschland für die besten WissenschaftlerInnen attraktiv sein soll, dann müssen wir auch auf Menschen mit Kindern vorbereitet sein.

Prof. Dr. Jule Specht lehrt Persönlichkeitspsychologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und ist Sprecherin der Jungen Akademie

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Dieser Gastkommentar erschien heute im ZEIT CHANCEN Brief. In diesem kostenlosen Hochschul-Newsletter der Wochenzeitung DIE ZEIT werden ein- bis zweimal wöchentlich Berichte zu hochschulpolitischen Themen zusammengestellt. Anmelden kann man sich dafür hier.

wissenschaftspolitik.
spezialausgabe in der forschung von mitgliedern der bbaw und der jungen akademie.

18 Aug

Mitglieder der interdisziplinären Arbeitsgruppe Exzellenzinitiative der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Arbeitsgruppe Wissenschaftspolitik der Jungen Akademie haben gemeinsam eine Spezialausgabe der Zeitschrift Forschung: Politik – Strategie – Management gestaltet. Auf Basis zahlreicher gemeinsamer Diskussionen sind Texte zur Finanzierung von Wissenschaft, der Governance im Hochschulsystem, der Exzellenz von Wissenschaft, zum wissenschaftlichen Nachwuchs und zur Familienfreundlichkeit der Hochschulen entstanden.

Weitere frei zugängliche Informationen zur Spezialausgabe inklusive einer Einführung von Stephan Leibfried und Ute Tintemann finden sich hier.
Zugriff auf die vollständige Spezialausgabe inklusive aller Texte gibt es hier.

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Die Junge Akademie wurde im Jahr 2000 als weltweit erste Akademie für herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ins Leben gerufen. Ihre Mitglieder stammen aus allen wissenschaftlichen Disziplinen sowie aus dem künstlerischen Bereich – sie loten Potenzial und Grenzen interdisziplinärer Arbeit in immer neuen Projekten aus, wollen Wissenschaft und Gesellschaft ins Gespräch miteinander und neue Impulse in die wissenschaftspolitische Diskussion bringen. Die Junge Akademie wird gemeinsam von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina getragen. Weitere Informationen zur Jungen Akademie gibt es hier: http://www.diejungeakademie.de

psychologie heute-blog.
über die suche nach einem neuen zuhause.

15 Aug

Blick vom Klunkerkranich

Wir sitzen im Klunkerkranich, einer Mischung aus Café, Club und Kleingartenanlage auf der höchsten Ebene eines Neuköllner Parkhauses und schauen über die Dächer Berlins. So viele Dächer, mit so vielen Wohnungen darunter, da muss doch eine Passende für mich dabei sein, denke ich. Die Wohnungssuche in Berlin gleicht allerdings, das ist kein Geheimnis, einer Odyssee. Und fördert in meinem Fall eine grundlegende Unsicherheit zutage. → Weiterlesen im Psychologie Heute-Blog

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Seit Juli 2014 veröffentlicht die populärwissenschaftliche Zeitschrift Psychologie Heute einen Blog mit dem Titel ‚Der psychologische Blick‘. Jeden zweiten Dienstag schreibt darin eine von derzeit vier KolumnistInnen – und ich bin eine davon – über aktuelle Themen aus Alltag, Gesellschaft und Wissenschaft.

psychologie heute-blog.
über gewonnene zeit.

19 Jun

Foto von Stefanos Papachristou

Zeit ist eine wertvolle Ressource. Statt sie zu verlieren oder zu verschwenden versuchen wir deshalb meist Zeit zu gewinnen und unsere Zeitnutzung zu optimieren. Obwohl dieses Ziel verbreitet ist, sind die Wege dorthin divers und führen über strikte Zeitpläne, die Beschränkung auf Gelegentlichkeit oder die subjektive Zeitdehnung. → Weiterlesen im Psychologie Heute-Blog

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Seit Juli 2014 veröffentlicht die populärwissenschaftliche Zeitschrift Psychologie Heute einen Blog mit dem Titel ‚Der psychologische Blick‘. Jeden zweiten Dienstag schreibt darin eine von derzeit vier KolumnistInnen – und ich bin eine davon – über aktuelle Themen aus Alltag, Gesellschaft und Wissenschaft.

psychologie heute-blog.
über den wunsch nach irritation.

25 Apr

„March

Bild von Bernd Wannenmacher – entstanden beim March for Science in Berlin

Ich liebe (scheinbare) Widersprüche: Einerseits für freie Wahlen zu sein und andererseits für Entscheidungen per Los. Für Feminismus und den Schutz des ungeborenen Lebens. Für Umweltschutz und für Spaß am Autofahren. „Die Welt ist kompliziert, gerade deshalb ist sie schön“, finden die InitiatiorInnen des March for Science Berlin. Und ich auch. Aber statt Komplexität und Widersprüche auszuhalten gibt es eine ‚Kultur der Irritationsvermeidung‘, meint Peter Strohschneider. Hoffentlich ändert sich das bald, schließlich sind mit den sozialen Medien die Gegenargumente heutzutage mit einem Klick erreichbar. → Weiterlesen im Psychologie Heute-Blog

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druckfrisch!
neues buch zur persönlichkeitsentwicklung.

23 Apr

Specht_Personality across the lifespan

Da ist es! Frisch gedruckt hat die Post mir diese Woche mein neues Buch zur Persönlichkeitsentwicklung über die Lebensspanne überreicht. Wobei ‚mein‘ hier nicht passt: Insgesamt 59 Personen, alle ExpertInnen bei der Erforschung von Persönlichkeitsentwicklung, haben daran mitgewirkt und gemeinsam haben wir auf 588 Seiten insgesamt 33 Kapitel gefüllt. Gab’s vorher noch nicht, einen so umfassenden Überblick zu meinem Lieblingsforschungsgebiet und deshalb freue ich mich ganz besonders. Auch darüber, dass man die Forschungsergebnisse, die in meinem Fall so selten ‚greifbar‘ im ursprünglichen Sinne sind, sich in Form eines gedruckten Buchs dann aber ausnahmsweise doch mal anfassen lassen. Fühlt sich gut an!

loving_diversity

Auch schön: Die Beteiligten sind so bunt wie das Forschungsfeld – 29 Frauen und 30 Männer, davon momentan tätig an Forschungsinstitutionen in den USA (21), Deutschland (18), den Niederlanden (5), der Schweiz (5), Belgien (4), Kanada (3) und Großbritannien (3). Der Verlag bewirbt das eben erschienene Buch schon mit ‚1st Edition‘, als wäre eine überarbeitete Auflage bereits geplant. Wenn diese kommen sollte, dann wären weitere Beteiligte, die außerhalb Nordamerikas und Europas tätig sind, eine willkommene Ergänzung. Bis dahin erwarten Interessierte aber viele gemütliche Lesestunden!

Einen Überblick über die Kapitelthemen und AutorInnen gibt es hier: PDF
Und bestellen lässt sich das Buch hier: Buch kaufen

psychologie heute-blog.
über einen neuen namen.

27 Feb

Bild von Thang Le

Bild von Thang Le

Ich habe meinen Namen ändern lassen. Nun heiße ich auch offiziell Jule Specht. Nicht nur wie bisher für Freunde, Kolleginnen und die Öffentlichkeit, sondern so steht es jetzt auch im Pass. Damit passt nun mein Identitätsgefühl zu meiner offiziellen Identität. Und eine unkonventionelle anti-aging-Maßnahme ist das außerdem, denn mein verkürzter Vorname ist deutlich jünger als ich. Insofern kann ich Baptiste Coulmont nur zustimmen, wenn er schreibt: „Name changes are good examples of identity changes.“ → Weiterlesen im Psychologie Heute-Blog

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über einen verschwundenen.

2 Jan

Bild von Tiger Pixel

Bild von Tiger Pixel

Mein alter Schulkamerad V. ist seit fünf Jahren unauffindbar. Kann ich mir kaum vorstellen, in dieser digital age. So analog kann man doch gar nicht sein, dass man einfach so verschwindet, denke ich. Oder? Gibt es die noch, die letzte analoge Bastion? Wo ist das und wer scheut die digitale Bühne in social media? Und vor allem: Wo ist V.? → Weiterlesen im Psychologie Heute-Blog

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psychologie heute-blog.
über schwere entscheidungen und glückliche zufälle.

7 Nov

foto_von_pauli_antero

Foto von Pauli Antero

Wir treffen eine Vielzahl von grundlegenden Lebensentscheidungen unter großer Unsicherheit. Manchmal hilft die Intuition dabei und berücksichtigt sowohl vernünftige Abwägung als auch emotionale Präferenzen. Aber was, wenn die Intuition ratlos ist? Soll dann der Kopf entscheiden? Oder der Zufall? Mein Plädoyer: Im Zweifel immer die Veränderung wagen! → Weiterlesen im Psychologie Heute-Blog

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Seit Juli 2014 veröffentlicht die populärwissenschaftliche Zeitschrift Psychologie Heute einen Blog mit dem Titel ‚Der psychologische Blick‘. Jeden zweiten Dienstag schreibt darin einer von derzeit vier Kolumnisten, darunter die Autorin dieses Blogs, über aktuelle Themen aus Alltag, Gesellschaft und Wissenschaft.

psychologie heute-blog.
über die persönlichkeit der politik.

13 Sep

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Foto von Anna Lena Schiller

Nicht nur Menschen unterscheiden sich in einer Fülle von Eigenschaften voneinander, sondern Parteien ebenso. Zumindest wenn man sie sprachlich analysiert. Einen Blick in die ‚Psyche‘ der Politik wagt dieser Blogtext anhand der Berliner Wahlprogramme, in denen überraschend wenig Blabla und umso mehr Parteispezifika stecken. → Weiterlesen im Psychologie Heute-Blog

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